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Deutschland mutiert zum Regenwald – wollen wir das?

Wieder einmal gibt es ein verheerendes Starkregenereignis mit Toten, Verletzten und immensen Sachschäden. Von einer weiteren Jahrhundertflut ist wieder einmal die Rede.

Natürlich ist das alles nicht mehr normal und auch der letzte muss erkennen, dass etwas mit unserem Wetter bzw. Klima nicht stimmt.


Doch was ist Schuld daran? Vielleicht doch die zu vielen Bäume und Pflanzen?


Dazu muss man sich die Frage stellen, wie denn um Himmels Willen so viel Wasser in die Atmosphäre kommen kann, wenn man nicht die Pflanzen und vor allem die Bäume zumindest in Betracht zieht. Eine Buche „verbraucht“ pro Tag bis zu 400 Liter (Grund-)Wasser, das sie praktisch direkt wieder in die Atmosphäre abgibt. Fichten und andere Nadelbäume sind durch ihre „Bauart“ mit Nadeln statt Blättern genügsamer.


Das Ganze ist abhängig vom Wirkungsrad der Photosynthese, der ja bekanntlich gerade einmal 1% beträgt.


Zur Demonstration hier nun 3 Beispiele, bei denen Wasser in Form von Dampf in die Luft entlassen wird:

  1. Kohlekraftwerk mit 34% Wirkungsgrad (das Weiße ist Dampf, kein Rauch!):
Kraftwerk Jänschwalde – Von René Mettke, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15463904
  1. Dampflokomotive mit 12% Wirkungsgrad:
Quelle: Pixabay
  1. Dampfender Wald mit 1% Wirkungsgrad:
Quelle: Pixabay

Zur Ausdehnung des Waldes in den jetzt betroffenen Alpengebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz) kann man bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald folgendes lesen:

Der Holzvorrat in deutschen Wäldern hat eine Höhe erreicht wie seit Jahrhunderten nicht mehr. Innerhalb von zehn Jahren ist er um weitere sieben Prozent gestiegen.

Mit einem Vorrat von 336 Kubikmetern pro Hektar liegt Deutschland nach der Schweiz und Österreich an der Spitze der europäischen Länder.

Mit 3,9 Milliarden Kubikmeter Gesamtvorrat steht im deutschen Wald mehr Holz als in jedem anderen Land der Europäischen Union. Das Thünen-Institut hat diese Zahl veranschaulicht: Mit dem Holzvorrat Deutschlands könnte man einen drei mal drei Metern massiven Holzturm bis zum Mond bauen.

In den Bundesländern stehen die höchsten Vorräte je Hektar in Bayern mit 396 m3 je Hektar gefolgt von Baden-Württemberg mit 377 m3 je Hektar, die niedrigsten in Berlin und Brandenburg mit 288 m3 je Hektar und in Sachsen-Anhalt mit 272 m3 je Hektar.

https://www.sdw.de/ueber-den-wald/wald-in-deutschland/holzvorrat/

Auch hier kommt der Begriff des „Jahrhunderts“ vor und gerade auch die jetzt am schlimmsten betroffenen Länder und Bundesländer werden genannt: Deutschland, Österreich, Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg. Jahrhundertregenereignis und Jahrhundertwaldbestand gehen also Hand in Hand.

Natürlich ist auch die spezielle 5B-Wetterlage zu berücksichtigen, aber die von den Luftmassen überströmten Landmassen (Italien, Tschechien) zeichnen sich nicht gerade durch eine Waldarmut aus.

Die früheren Schnellschmelzen liefen doch vermutlich folgendermaßen ab: Auf den vegetationsarmen schnee- und eisbedeckten Berghängen bildete sich im Frühjahr mit den steigenden Temperaturen Schmelzwasser, dass zuerst in kleinen Rinnsalen abfloß, um dann die kleinen und größeren Flüsse langsam anzufüllen. Die Flussbetten der großen Flüsse waren für diese Wassermassen ausgelegt, siehe z.B. die obere Isar:

Obere Isar (Quelle: Pixabay)

D.h. die Flüsse füllten sich von unten her und man konnte sich an den Flussufern auf die alljährlich durch die Schneeschmelze ausgelösten Hochwasser mehr oder weniger gut vorbereiten.

Und heute? Die viel zu dichte Vegetation an den Berghängen und der Voralpenregion sorgt dafür, dass das von den Bäumen aufgenommene Schmelzwasser direkt in der Atmosphäre landet und mit den bestehenden Luftströmungen abtransportiert wird, und dann bei entsprechenden Wetterlagen von oben (!) in Form von Sturzfluten in Gebiete vordringt, die für solchen Wassermassen nicht vorbereitet sind mit all den Folgen, die wir jetzt wieder einmal zu beklagen haben.

Fazit:

Diese Ereignisse lassen sich in Zukunft nur dadurch abschwächen, indem wir die Rolle der Vegetation überdenken und entsprechende Gegenmaßnahmen (weniger Bäume) einleiten. Ansonsten wird diese Aufgabe gegebenenfalls von der Natur übernommen, indem es zum Beispiel zu wirklich katastrophalen Bergrutschen kommt, die ganze Bergwälder vernichten, oder aber es entstehen gigantische Waldbrände, die in den dann zu trockenen Sommermonaten (das wertvolle Gebirgs-Wasser in Form von Eis und Schnee ist ja von den Bäumen wegverdunstet worden!) auch für eine Verringerung der zu dichten Vegetation sorgen werden.

Hitzewellen und Sturzfluten sind 2 Seiten der gleichen Vegetations-Medaille.

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